Geführte Südburgenlandtour

Südburgenland

Angebot für Motorradfahrer:
Die EDELSERPENTINEN des BURGENLANDES

Gefahren wird ab vier Personen,
incl. zwei Nächtigungen in Lockenhaus € 99,-

Lockenhaus 7442, Wienerstr. 27
Tel.: A 0699 11075676

norbert.matkowits@chello.at

Nur wenige Touristen verirren sich in die südliche Mitte, um sich auch von den burgenländischen Highlands ein Bild zu machen...es lebe das andere Burgenland!

Wir blicken von der Aussichtswarte am Geschriebenstein, dem höchsten Berg des Burgenlandes, hinab in die Tiefen der Pannonischen Tiefebene und sehen im Nordosten den Neusiedlersee und bei sehr gutem Wetter im Osten auch den Plattensee in der Sonne glitzern.

Geschriebenstein Geschriebenstein

Aus dem Süden sind wir aus einer freundlichen Landschaft gekommen, dem geologisch interessanten Ende der letzten Hügeln und Berge des Alpenmassivs, das an die ungarische Tiefebene grenzt. An den zur Grenze abfallenden Hängen lockten Weingärten und gemütliche Buschenschanken. Wir haben den Gefahren der Trunksucht und des Führerscheinentzuges getrotzt und uns aus der Uhudlerregion ein Flascherl zur Abendgestaltung mitgebracht. Hinter der Ortstafel von Rechnitz beginnt das kürzlich erst zum Naturpark Geschriebenstein erklärte Gebirge, in dem ein etwas raueres Klima herrscht.

Der Blick schweift gegen Osten das Günser Hügelland hinab und bleibt an den fernen Kirchturmspitzen von Köszeg (Güns) hängen. Die barocke ungarische Kleinstadt ist klimatisch begünstigt und von Weingärten umgeben. Weinkulturen sind im rauhen Norden und Westen des Geschriebensteins nicht mehr zu finden. Hier weidet sich das Auge jedoch am satten Grün der dichten Mischwälder des Alpenvorlandes. Unsere Route führt uns weiter in die nördliche Richtung. Der etwa zehn Kilometer lange Abstieg nach Lockenhaus erfordert einige Konzentration. In Spitzkehren und schnellen Kurven warten Leitschienenprotektoren auf zu eilige Raser, denn viele unterschätzen diesen Berg.

Mit etwas Glück landet man am Fuß des burgenländischen Kilimandscharos am Hauptplatz der Marktgemeinde Lockenhaus. Am Weg haben sich schon Ansichten der Burg und des Burgsees ins Blickfeld gedrängt. Hinter diesen düsteren Gemäuern der mittelalterlichen Festung hat die Blutgräfin Erzebeth Nadasdy hunderte junge Mädchen bestialisch gefoltert und ermordet. Sehenswert ist neben dem gotischen Rittersaal und der Eisernen Jungfrau auch die Speisekarte der Burgtaverne. Ob gemeines Volk oder Ritterstand, wer hier zuviel Bärenfänger kippt und sich vor den Verkehrskontrollen mehr fürchtet als vor den Burggeistern, kann hier in den alten Mauern auch feudal nächtigen. Die Teilnahme am nächtlichen Rittermahl hat mit Gewissheit die Unmöglichkeit einer Weiterreise zur Folge.

Burg Lockenhaus Burg Lockenhaus

Wer die Nacht in der Gespensterburg überlebt hat, kann die Reise um den Geschriebenstein fortsetzen und rollt in schnellen Kurven nach Bernstein.

Herrschaftlich thront das im Privatbesitz befindliche Schloß Bernstein über dem Ort. Aus diesem Hause kommt der Abenteurer Almasy, der als „englischer Patient“ weltbekannt wurde. Wir parken am Hauptplatz des Dorfes, der von einer ansteigenden Kurve durchzogen wird. Souvenirgeschäfte bieten kunstvoll gefertigte Schmuckstücke aus grünlich-bläulichen Halbedelsteinen an, die Edelserpentin genannt werden. Doch Vorsicht: Der Ortsname hat schon viele Touristen vermuten lassen, hier Bernstein zu erwerben. Es soll da einmal einen Bären gegeben haben und einen Stein,...damals hat man die Schreibung von „e-ee-ä“ nicht so genau genommen ... Obwohl die antike Bernsteinstraße nicht weit von hier an die Ostsee vorbeizieht, muss klärend festgestellt werden: Das gelbe Zeug aus Jurassic Park ist hier nicht zu finden: Die grünlichblauen Steine, die auch als Großplastiken das Ortsbild prägen, nennt man Edelserpentin,-aber was wäre das für ein Ortsname? Auf jeden Fall wäre Edelserpentine eine treffliche Bezeichnung für die kurvenreiche Umgebung.

Nach dem Studium des Edelserpentins wenden wir uns nun wieder der Erkundung der Serpentinen zu. Ein Großteil der Kurgäste kommt nach Bad Tatzmannsdorf mit Beschwerden des Bewegungsapparates. Der Kurarzt kann zwar nicht wirklich helfen bei mangelndem Vorderrad-Feedback in Folge von Bremskompression in Schräglage. Wir wissen doch alle, dass die Grundlage der Lebensfreude ein gut funktionierender Bewegungsapparat ist!!! Daher sei hier nicht der Weg bergab zum Kurzentrum Tatzmannsdorf empfohlen, sondern die Nebenstraße, die kurz vor der oberen Ortstafel über Ober-und Unterhasel zum Haselwirt führt. Hinter dieser gastlichen Stätte bringt ein mit Vorsicht zu befahrender Güterweg die Reisenden ins Straßendorf Goberling. Linkerhand würde der Weg nach Ober- und Unterkohlstätten führen, wo eine wunderbare Aussicht zu genießen wäre. Wir aber wenden uns gegen Süden, wo die Burg Schlaining die Skyline der gleichnamigen Kleinstadt prägt. Das Erklimmen der 20%igen Steigung des Burgberges wird belohnt durch das üppige Gastronomieangebot der Burgtaverne.

Im Stadtzentrum hat sich der mittelalterliche Ortskern und Teile der Stadtmauern fast vollständig erhalten. Wir aber haben Sehnsucht nach dem weiten Land, dem Unerforschten.

In dieser Grenzlandregion sagen sich die Füchse „Gute Nacht“. Weit und breit ist kein Fabrikschlot zu sehen und zu riechen. Was einerseits der Grund für Österreichs höchste Arbeitslosenrate ist, garantiert anderseits Ruhe und reinste Luftqualität. Wer ohne Supermarkt und Highway ein paar Tage leben kann, sollte sich den Reiz dieser Gegend nicht entgehen lassen. Orte wie Bergwerk, Grodnau, Dreihütten oder Holzschlag sind originelle Trophäen in der Sammlung von Reisenden und finden einen würdigen Platz irgendwo zwischen Nordkap und Tamanrasset.

Anreise: Das Grenzland rund um den Geschriebenstein ist von der Bundeshauptstadt aus in eineinhalb Stunden gemütlich zu erreichen. Die A2 verläßt man über die Abfahrt Krummbach und reist auf der 55er durch die Bucklige Welt zum höchsten Berg des Burgenlandes. Eine Alternative ist die „Burgenlandautobahn“A3, die die Reisenden über Oberpullendorf ins Zielgebiet nach Lockenhaus bringt.

Hier kann in der Pension „Burgblick“ genächtigt und die Tour für den nächsten Tag geplant werden.

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